Bei meinem Blogbeitrag über die
„digitale Privatsphäre und deren Schutz“ vom 19.10.2012 ist eine Frage
aufgetaucht, die meine Aussage zu dem Zusammenhang zwischen dem „Nötigsten von
sich preisgeben“ und der „Sozialen Medien“ hinterfragt:
Wie kann man sozial sein,
folglich sich austauschen und interaktiv sein, wenn man nur das Nötigste von
einer Person weiss. Kann man unter diesen Gegebenheiten denn wirklich den
Dialog suchen und miteinander diskutieren? (Die gestellte Frage ist im
Kommentar zum Blog vom 19.10.2012 nachzulesen.)
Diesem Thema möchte ich einen eigenen Beitrag widmen, denn dies scheint
mir ein zentraler Punkt im Thema um die „Digitale Öffentlichkeit“ zu sein. Im
Blogbeitrag von 19.10.12 ging es um die Auseinandersetzung mit dem Thema „Digitale
Privatsphäre und deren Schutz“.
Privatsphäre im Netz
Die digitale Privatsphäre ist im Netz nur mittels Datenschutz
durchzusetzen. Hierzu zähle ich auch den bewussten Umgang mit seinen eigenen
Daten. Sei es nun das Geburtsdatum, die Adresse oder auch die Telefonnummer. Alles
was wir über uns preisgeben, bleibt im Netz auch Jahre nach der Publikation
abrufbar. Unter diesen Gegebenheiten empfinde ich es als eine Notwendigkeit die
eigenen persönlichen Angaben zu schützen. Dies im Sinne dessen, was man über
sich in einem von sich erstellten Profil angibt. Meiner Meinung nach ist diese
Variante ein sehr einfaches aber denn noch wirksames Mittel, sich vor dem
Missbrauch seiner Daten im Netz zu schützen. Je weniger jemand über
mich weiss, desto sicherer ist man im Netzt.
Profile von Sozialen Medien – Mögliche Angriffsflächen
Wenn man zu viel von sich in einem Profil angibt, ist man angreifbarer
auf der gesamten Linie. Ein mögliches Szenario wäre folgendes: Jemand schreibt
ständig darüber wo er oder sie sich gerade aufhält. Durch die von ihm oder ihr
veröffentlichten privaten Daten kann von Dritten ein genaues Profil über die
Gewohnheiten der Person erstellt werden. Ein Übergriff im realen Leben kann
daher eher einfach erfolgen. Nicht in dieser, aber in einer ähnlichen Form
erging es einer Bekannten vom mir.
Daher frage ich mich ob es wirklich von essentieller Wichtigkeit ist,
wenn ich in meinem Status des Profils eines Sozialen-Medien-Anbieters veröffentliche,
wo ich mich gerade aufhalte, beispielsweis in welchem Kaffee ich sitze, wo ich
nun zu diesem Zeitpunkt für jedermann zu finden bin. Aus diesem Grund denke
ich, ein vorsichtiger Umgang mit meinen privaten Angaben kann sicher nicht
schaden.
Ich beispielsweise gebe nicht wirklich viel von mir und meinen
persönlichen Gewohnheiten preis. Auch sind meine Profile nicht öffentlich
einsehbar. Und trotzdem kann ich mich mit Freunden in den sozialen Medien
austauschen. Im privaten Bereich ist es nicht wichtig, mit vollständigem Namen
im Netz auffindbar zu sein. Diejenigen, die mich kennen, wissen, wie sie mich im
Netz finden können. Beruflich bin ich nicht mit meiner Privatadresse im Netz zu
finden. Ich finde dies nicht für nötig.
Online-Kontaktpflege
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Die Online-Kontakte der Sozialen Netzwerken bilden unser Umfeld im
Internet ab. Besthende Kontakte wollen gepflegt und neue geknüpft werden.
Unterhält man sich nun online mit einem neuen Diskussionspartner, sollte man
darauf achten, worüber man spricht. Dabei unterscheide ich die fachlichen von den privaten
Unterhaltungen. Bei einer Fachdiskussion kommt man schnell mit Unbekannten
in spannende Diskussionen. Bei neuen Kontakten, bei denen private
Unterhaltungen im Vordergrund stehen, empfinde ich es als sinnvoll, dem
Gesprächspartner nicht gleich alles von sich zu erzählen. Zuerst möchte ich
wissen, ob jemand vertrauenswürdig ist. Dabei ist man auf die eigenen
Menschenkenntnisse angewiesen – nur dass sich dies online schwieriger
gestaltet, als im realen Leben. Meistens sieht man sein Gegenüber nicht. Und
hier befindet sich der springende Punkt dieses Themas. Man muss für sich einen Mittelweg zwischen dem Schutz der eigenen
Privatsphäre und dem Knüpfen neuer Kontakte finden. Dabei schlissen sich die
beiden Pole nicht automatisch aus.
Der Wiederspruch zwischen Sozialen Medien und Privatsphäre
Ob es nun an sich ein Wiederspruch ist, „nicht zu viel von sich
preiszugeben“ und dennoch die sozialen Kontakte zu pflegen oder neue zu knüpfen,
liegt im Auge des Betrachters selbst. Jemand der sich oft auf den sozialen
Plattformen bewegt, gibt dabei wohl eher mehr von sich preis als jemand der nur
gelegentlich die Plattformen nutzt. Dies ist jedoch keine allgemeingültige
Regel.
Für mich persönlich ist es durchaus möglich, soziale Kontakte zu pflegen
und neue zu knüpfen und gleichzeitig darauf zu achten, worüber ich mich nun
äussere und worüber nicht. Heikle Themen bespreche ich lieber im physischen
Rahmen, wo ich mein Gegenüber auch wirklich sehe. Wenn ich mich fachlich
austauschen möchte, kann ich dies, auch ohne meine ganz persönlichen Daten
preiszugeben, tun. Es reicht bekanntzugeben, welches mein Fachbereich ist und in
welchem Bereich ich arbeite. Für mich besteht somit kein Wiederspruch darin, auf meine Daten zu achten und dennoch meine Kontakte zu pflegen. Der Umgang mit den Meden ist schlussendlich Sache des Benutzers.
Was denken Sie / denkt Ihr? Steht der bewusste Umgang mit seinen persönlichen Angaben im Wiederspruch zu den sozialen Medien?
coco/05.11.2012